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Fliegen wie Biene Maja

HINTER DEM FUSSBALLTOR: Muskelbündelriss bei FCO-Innenverteidiger Camacho
 
VON EGON BIEBER
 
Bad Oeynhausen. Es ist kein Loblied, aber der nicht sonderlich schmeichelnde Text wiederholt sich in dieser Saison beim Fußball-Westfalenligisten FC Bad Oeynhausen fast von Spieltag zu Spieltag: Mindestens eine Halbzeit lang dem Gegner Paroli geboten und auch top Torchancen herausgespielt, oder ihn sogar beherrscht.

Aktuellster Tatort: Sonntag, 21. April, Bad Oeynhausener Stadion an der Mindener Straße. 1:5 gegen den bis dato Tabellendritten SuS Stadtlohn lautete nach dem Schlusspfiff die ernüchternde Bilanz, obwohl der FCO bis zum Pausen-Gang phasenweise sogar die bessere Mannschaft war und zwei Riesenmöglichkeiten zu einer komfortablen Führung hatte.

Die wurden aber vergeben und dann streiften sich einige FCO-Fußballer wieder den Weihnachtsdress drüber und verteilten großzügig Geschenke zum 0:1 (45.) und 0:2 (47.), jeweils durch den torhungrigen Marius Borgert. Danach luden die Gastgeber mit untauglichem Defensivverhalten den Gegner zum Kontern ein, die der dankend annahm. Nochmals Borgert (63.) und zweimal der andere torgefährliche Stürmer Markus Krüchting (57. und 86.) ließen sich nicht zweimal bitten. "Ich hatte es kaum ausgesprochen, dass wir im zentralen Mittelfeld die Bälle nicht unkonzentriert nach links und rechts spielen sollen, folgt prompt der Querpass in die Füße des Gegners zum 0:2", ärgerte sich Trainer Rolf Kuntschik. 

"Dieses Spiel hat erneut ganz deutlich gezeigt, dass wir riesige Probleme in der Rückwärtsbewegung haben. Ich hoffe, dass die Jungs es endlich lernen, dass wir nur mit einer stabilen Defensive bestehen können. Die langen Bälle in der zweiten Halbzeit waren ein gefundenes Fressen für die schnellen und robusten Stadtlohner Stürmer Borgert und Krüchting", so Kuntschik.

Apropos kerniges Zweikampfverhalten. Das bemängelte Kuntschik bei einigen Akteuren, insbesondere bei seinem Stürmer Alexander Hermann: "Ich würde mal gern ein Duell zwischen Krüchting und Alex sehen, der ähnlich strukturiert ist, aber weit weit von seiner Form ist. In der jetzigen Verfassung würde Alex bei Körperkontakt wohl wie Biene Maja fliegen." 

Und weil Hermann nach der vergebenen 1000-prozentigen Torchance sich vom Gegner weichkochen ließ und fast keine Gegenwehr mehr leistete, wechselte ihn Kuntschik bereits nach 36 Spielminuten aus. "Er spielte fast körperlos, musste sich quälen, und da musste ich ihn schützen", sagte Kuntschik. In den nächsten Wochen muss er auf den zentralen Innenverteidiger Cedric Camacho verzichten.

Diagnose gestern vom Arzt: Mit großer Wahrscheinlichkeit Muskelbündelriss im Oberschenkel. Somit muss die Abwehr schon wieder umgebaut werden.

 FCO-Stürmer Alexander Hermann (weißes Trikot) musste gegen Stadtlohn früh vom Platz.