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Der FCO stellt die Uhr auf Null

Von Alexander Grohmann

Quelle: http://www.westfalen-blatt.de

Bad Oeynhausen (WB).Wohin führt der Weg des FC Bad Oeynhausen? Mit dem Abstieg aus der Landesliga verliert der Verein seine jahrelange Ausnahmestellung in der Stadt. Fest steht: In der starken Bezirksliga erwartet die junge Mannschaft kein leichtes Jahr.

Es lief etwas grundsätzlich falsch. »Unser Fehlerquotient war zu hoch«, sagte Trainer Holm Windmann am Sonntag nicht nur bezogen auf die frische 0:5-Pleite im Duell bei RW Kirchlengern, die den seit Wochen schon drohenden Abstieg besiegelte. Obwohl der Absturz nicht mehr unerwartet kam: Der Vorsitzende Dirk Göhner hatte am kapitalen K.o. in Kirchlengern zu knabbern. »Ich weiß gar nicht, ob ich traurig oder ein Stück weit entsetzt war, dass wir uns bei der Konstellation so haben vorführen lassen.«

Mit einem Erfolg hätte der FCO bei drei Punkten Rückstand aufs rettende Ufer wieder hoffen können. Doch mit altbekannten Defiziten handelte sich die Elf früh drei Gegentore ein, die alle Hochrechnungen zunichte machten. »Kirchlengern war aggressiver als wir. Und die individuellen Fehler sind ein Spiegelbild der ganzen Saison. Die haben wir nicht abstellen können«, sagt Göhner, der mit dem ersten Abstieg in die Bezirksliga in der 34-jährigen Vereinsgeschichte auch den Tiefpunkt seiner Amtszeit erlebt.

»Natürlich blutet mir das Herz. Seitdem es den FCO gibt, war der Verein immer in der Verbands- oder Landesliga und die Nummer eins in Bad Oeynhausen«, unterstreicht Göhner. Diese Rolle wird über kurz oder lang die aufstrebende SV Eidinghausen-Werste einnehmen, die noch auf den Aufstieg in die Landesliga hofft. »Das müssen wir akzeptieren. Im Moment ist dann halt die SVEW die Nummer eins. Dort bestehen ganz andere Voraussetzungen. Wir müssen sehen, dass wir wieder hochkrabbeln«, sagt Göhner über die Zeitenwende im Oeynhausener Fußball.

Mit dem Abstieg bezahlt der FCO auch den Preis für strategische Fehlentscheidungen. Beim Umbruch im Sommer setzten die Entscheidungsträger zum Teil auf die falschen Leute. »Wir waren der Meinung, mit dieser jungen Mannschaft bestehen zu können. Aber vielleicht haben wir das eine oder andere übersehen. Die Mannschaft ist zu selten als geschlossene Einheit aufgetreten, so wir es kannten«, übt Göhner Selbstkritik.

Völlig unterschätzt wurde der Abgang von Leitwolf Tim Steffen, der nicht nur sportlich, sondern auch gruppendynamisch nicht aufzufangen war. Mit Konstantin Beckmann und Mike Schusstzik, der in seiner letzten Saison sportlich keine Rolle mehr spielen konnte, brachen weitere Eckpfeiler der erfolgreichen Jahre weg. Folge: ein Leistungs-Vakuum, das die vielen Neuzugänge nicht ausfüllen konnten.

Als gegenseitiges Missverständnis stellte sich die Verpflichtung von Jan-Henrik Vossenkämper heraus. Der Offensivmann, der im Kader eine Schlüsselrolle ausfüllen sollte, kam beim FCO nicht klar und wird den Verein nach einem Jahr wieder verlassen. »Er hat den Wohlfühl-Charakter bei uns nicht so erreicht«, sagt Göhner. »Vossi« zieht es wohl zurück zum VfL Holsen. Auch Benjamin Bley (TuS Tengern), Hannes Stegen (Vlotho) und Julien Mädler, der bei seinem Ex-Verein SC Herford anheuert, verlassen den FCO.

Mehr als 20 Spieler umfasst der Kader für die kommende Saison. »Ich bin relativ optimistisch, dass die neue Mannschaft greift. Die Bezirksliga ist auch eine interessante Klasse«, tröstet sich Göhner mit der Aussicht auf vermehrte Erfolgserlebnisse nach einem Jahr mit etlichen Rückschlägen und zwei Trainerwechseln, die den Vorstand zusätzlich auf Trab hielten. Holm Windmann leitet das Projekt Wiederaufbau und soll für Kontinuität auf der Bank sorgen.

Der FCO stellt die Uhr auf Null. Der Neuanfang wird aber nicht zum Selbstläufer. Ein Grund: Die Bezirksliga wird so stark wie selten sein. »Wir setzen uns nicht den Aufstieg zum Ziel, wollen bei den Plätzen drei, vier oder fünf landen«, sagt der Vorsitzende, der den Blick nach der Enttäuschung wieder nach vorne richtet. »Fußball soll Spaß machen. Der hat in diesem Jahr am Ende auch gefehlt. Ab sofort denken wir wieder positiv.«